K10

  1. Generelle Hinweise
  2. Die Wege des Übertaktens in der Übersicht
    1. Multiplikator
    2. FSB
  3. Software
  4. Abschluss

1. Generelle Hinweise

Für Neulinge bitte zuerst lesen!

Ihr solltet immer die Temperaturen im Blick behalten und darauf achten, dass diese in einem vertretbaren Bereich bleiben. Lest bitte hierfür bei AMD nach, für welche maximale Temperatur eure CPU ausgelegt ist (AMD-Datenbank). Unsere CPU, mithilfe welcher wir dieses Tutorial erstellt haben ist bis zu 62° C spezifiziert (AMD Phenom II 955), diesen Wert setzen wir uns als Richtwert für den Dauerbetrieb. Kurzzeitige Überschreitungen sind kein Problem, da diese Richtwerte für den dauerhaften Betrieb gelten, jedoch. Um die Temperatur zu überprüfen eignen sich Tools wie CoreTemp.

Um hohe Temperaturen zu vermeiden, sollten wir auf eine gute Kühlung achten. Im Rahmen der Lüftkühlung stellen Kühler wie der Scythe Mugen 3 eine gute und leistungsfähige Kühlmöglichkeit dar, wem das nicht reicht bleibt der Weg zu Wasser-, Kompressor-, Trockeneis- oder gar Stickstoffkühlung.

Auch ist es hilfreich, auf Stift und Papier alles mitzuschreiben was man macht und was man verändert. Wenn der PC nach 1h OC garnicht mehr startet, ist es hilfreich, die letzten Einstellungen zu kennen und nicht alles wieder 3 mal ausloten zu müssen.

2. Die Wege des Übertaktens in der Übersicht

Zuersteinmal sollte man sich über den Aufbau eines AMD-PCs bewusst werden. Dazu dient uns folgende Schemazeichnung:


Wir wollen ein möglichst schnelles Gesamtsystem, dazu müssen wir das Zusammenspiel der Komponenten verstehen. Der FSB erhöht im Falle eines AMD Systems sowohl den CPU-Takt als auch den Speichertakt, den HT-Link und den Takt des Speicherkontrollers.

Wichtig für uns ist dabei neben dem CPU-Takt vorallem der Speicherkontroller, denn auch dieser beeinflusst die Leistung stark. Der Speicherkontroller, kurz NB-CPU, sitzt ebenfalls in der CPU und übernimmt jegliche schreib- und Lesevorgänge im Ram.

Des weiteren gibt es noch den sogenannten Hyper Transport Link, kurz HT-Link, welcher die Verbindung zwischen CPU und Northbridge herstellt. Die Erhöhung dieser Taktdomäne hat auf die Gesamtleistung so gut wie gar keinen Einfluss. Dieser wird erst bei extremen Overclocking Session interessant, da dann der HT-Link ein Flaschenhals darstellen kann.

2.A. über den Multiplikator

Der Multiplikator ist bei AMD nur bei bestimmten CPUs frei veränderbar. Diese CPUs tragen das Kürzel BE im Namen, so genannte BlackEditions. Sie stellen meist die Oberklasse der AMD-CPUs dar. Das Übertakten durch herraufsetzen des Multiplikators hilft uns hauptsächlich beim Finden des maximalen CPU-Taktes, die maximale Leistung finden wir so jedoch nicht. Diese gewünschte maximale Leistung erreichen wir vorallem durch ein Zusammenspiel vieler Werte, und doch lohnt es sich, den maximalen CPU-Takt vorab auszuloten, um eine Orientierung zu haben, was möglich ist.

Wir beginnen also systematisch, den Multiplikator zu erhöhen und beobachten das Verhalten. Sobald der PC mit 200MHz mehr CPU Takt hochgefahren ist, können wir den Multi um einen weiteren Schritt anheben. Dabei ist es enorm wichtig, die CPU-Temperatur im Auge zu behalten. Das führen wir solange fort, bis der PC nicht mehr startet, bzw. beim starten abstürtzt. In dem Falle wird ein CMOS-Reset nötig.

Irgendwann ist eine Grenze erreicht, bei welcher der PC nichtmehr startet oder unter Bluescreens und Freezes leidet. Nun ist es uns noch möglich, der CPU mehr Spannung zu geben. Wir erhöhen also bei Instabilität die VCore-Spannung in möglichst kleinen Schritten. Das Maximum stellt hier weiterhin 1,550V dar. Dabei sollten die Temperaturen von CPU, Northbrigde und Spannungwandlern genaustens beobachtet werden, da es ansonsten zu Schäden kommen kann.

Doch auch jetzt erreichen wir ein Limit, an dem sich der CPU-Takt mithilfe des Multiplikators nicht weiter steigern lässt und an dieser ist auch meist das Ende der Fahnenstange für die CPU erreicht.

Dahingehend, dass der Speicherkontroller noch weitere Leistung aus dem System kitzelt, hat dieser, sofern eine BE-CPU ebenfalls einen freien Multiplikator. Der Algorithmus zum erhöhen dieses Taktes, ist der gleiche wie bei der CPU, jedoch empfiehlt es sich hier die Spannung unangetastet zu lassen, da der Speicherkontroller wehsentlich stärker auf höhere Spannung reagieren soll und dementsprechend früher den Geist aufgibt. Auch ist zu beobachten, dass die CPU Temperatur im allgemeinen mit erhöhen der NB-VID (Speicherkontrollerspannung) steigt. Das liegt folglich daran, dass dieser mitsamt den Cores auf einem Die liegt.

2.B. über den FrontSideBus

Fälschlicherweise ist es geläufig bei AMD System basierend auf Socket AM2(+) und AM3 (+) die taktgebene Domäne neben dem Multiplikator FSB zu nennen, da es bei diesen System keinen Bus in der Form mehr gibt. Aufgrund des einfacheren Verständnisses werden wird jedoch im folgenden mit diesen Begriff weiter verwenden. Der korrekte Ausdruck müsste Referenz Takt heißen.

Der FrontSideBus ist der Systemtakt. Er hat Einfluss auf viele Komponenten und beeinflusst auch den Speichertakt sowie den HT-Link und den Northbridge-Takt. Dies solltet ihr unbedingt verinnerlichen, da es beim übertakten per FSB mehr Stolperstellen gibt als beim Übertakten per Multi, dafür ist aber auch mehr Leistungszuwachs möglich.

Generell gilt:

  • FSB x Multi = CPU Takt
  • FSB x RAM-Multi = Speichertakt
  • FSB x HT-Multi = HT-Link
  • FSB x NB-Multi = Northbridgetakt (Speicherkontroller)

Es zeigt sich also das beim übertakten per FSB an vielen Stellen ein Leistungszuwachs zu erwarten ist. Erhöhen wir nun den FSB in kleinen Schritten, so sollten wir nach jeder Erhöhung einen kleinen Benchmark oder Stabilitätstest starten. Ist dieser für 1 Minute stabil, so kann man den Takt weiter steigern. Irgendwann wird der PC einen Bluescreen zeigen. Nun heist es diesen zu deuten und passend zu reagieren.

Möglich wäre zum Beispiel ein RAM-bedingter Fehler. Dieser kann zwei Ursachen haben: Zum einen kann der RAM selber am Ende seiner Leistungsgrenzen sein, nun hilft es, entweder den RAM-Multi zu senken oder versuchsweise die Timings ein wenig zu entschärfen. Eine andere Fehlerquelle kann der Speichercontroller sein. Dieser ist bei AMD seit der K8-Architektur in der CPU integriert und wird durch die CPU-NB VID Spannung versorgt. Diese ist unabhängig von der CPU-VCore und beeinflusst sowohl die Stabilität des RAMs als auch der Northbridge bei Northbridge-Taktraten von 2400MHz oder mehr. Standard ist hier ca. 1,2V, erlaubt sind +0,1 bis +0,2V. Wieder ist der Blick auf die Temperaturen unverzichtbar.

Generell sollte man bei Instabilität in Maßen folgende Spannungen erhöhen:

  • CPU VCore <- Die CPU-Spannung
  • CPU NB-VID <- Spannung Speichercontroller
  • NB VID <- Spannung Northbridge
  • MEM VID <- Speicherspannung

Nützt alles nichts, so kann man versuchen Multis zurückzunehmen. Also zB den Speichermulti um 1 zu senken, um den Speicher als Fehlerquelle auszuschließen. Genauso kann man auch den HT Multi und den NB-Multi zurücknehmen.

Auch sollte man Benchmarks durchführen um Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Einstellungen sichtbar zu machen und dementsprechend zu wählen.

Beim senken der Multiplikatoren ist zu beachten, dass der HT-Link stehts maximal dem Takt der NB-CPU entsprechen darf. Ist dies nicht so, wird automatisch der Multiplikator des HT-Links angepasst.

3. Software

Wie testet man nun ob das Setup stabil und sicher läuft? Wie wird das übertakten leichter? Dazu gibt es einige Tools, die ich hier kurz vorstellen werde:

Prime 95

Prime95-Download Link (computerbase.de)

Prime95 wurde als Software für die Suche nach Primzahlen entwickelt und wird auch heute noch für diesen Zweck genutzt. Allerdings lässt es sich auch für Stabilitätstests zweckentfremden: Nach dem Download startet ihr die Prime95.exe und klickt auf Options -> Torture Test. Dann wählt ihr Small FFTs und tragt bei Number of torture test threads to run ein, wie viele Threads ihr wollt. Dies hängt von eurer CPU ab, bei AMD-Prozessoren könnt ihr euch hierbei an der Zahl der Kerne orientieren, zB 4 für eine X4-CPU. Bei Intel-Prozessoren mit HT müsst ihr euch an der Zahl der maximalen Threads orientieren. Der Test sollte nun für euer Dauer-Setup mindestens 8h, besser 16h laufen. Sollte einer der Worker Threads anzeigen, das er gestoppt wurde, so ist euer Setup nicht 100% stabil und die CPU „verrechnet“ sich. Ihr solltet also die Taktraten ein wenig reduzieren oder die Spannung der CPU erhöhen.

Memtest86+

Memtest86+ Download (memtest.org)
Ultimate Boot CD incl. Memtest86+ (ultimatebootcd.com)

Memtest86+ wird genutzt um RAM zu testen. Die Benutzung ist dabei einfach: Bootfähige CD oder USB -Stick erstellen, davon booten und Memtest86+ verrichtet seine Arbeit automatisch. Am besten testet man jeden RAM-Riegel einzeln mindestens 4-8h lang, manche Fehler treten erst spät auf.

AMD Overdrive

AMD Overdrive Download (AMD.com)

AMD Overdrive ist eine Software, welche bei vielen AMD Chipsets (7xx/8xx/9xx) Leistungseinstellungen aus dem laufenden System ermöglicht, so lassen sich zB Spannungen und Multiplikatoren verstellen. Dies funktioniert OnTheFly und benötigt keinen Neustart. Der Vorteil: So kann unter einem AMD System ein wehsentlich besserer CPUz Screen erreicht werden, als dies mit einem Bootvorgang möglich wäre.

CoreTemp

CoreTemp Download

Coretemp zeigt zuverlässig die Temperatur eures Prozessors an. Die Verwendung ist denkbar leicht: Coretemp starten und die Temperatur erschein im Tray, Details gibt es nach dem Klick auf das TrayIcon.

4. Abschluss

Wir hoffe dieses Tutorial konnte die Grundlagen des OC’s von K10 CPUs vermitteln und wird euch bei euren persöhnlichen Versuchen helfen. Über Erfahrungs- und vorallem Erfolgsberichte freuen wir uns natürlich sehr. Jeder, der Gefallen am übertakten gefunden hat kann seine Erfolge gerne auch bei HWBot eintragen und ein paar Pokale abräumen. Über neue Mitglieder für unser Team freuen wir uns immer! Bei jeglichen Fragen ist wie immer das TweakPC-Forum eine gute Anlaufstelle. Speziell sei hier unser Overclocking-Bereich genannt für alle Fragen und Probleme mit dem Übertakten und der HWBot-Bereich für alle die bei uns mitmachen wollen und ihrem PC mal so richtig die Sporen geben wollen.

Abschließend noch ein Hinweis:

Das Übertakten von PC-Komponenten ist ein Betreiben außerhalb der Spezifikationen des Herstellers. Es kann eure Hardware irreparabel beschädigen. Wir übernehmen keine Haftung für jegliche Schäden, die an euren Teilen entstehen. Ihr verliert die Herstellergarantie! Weiterhin erzeugt übertaktete Hardware eine deutlich erhöhte Wärmeabgabe und setzt daher eine ausreichende Kühlung zwingend vorraus.

 

 

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